Donnerstag, 20. September 2012

Weg, aber

In die Türkei wollen wir nicht, beschließen der J. und ich und starren schockiert auf die Bilder riesengroßer Hotels mit 4 Buffets, 12 Wasserrutschen, 20 Tennisplätzen und 600 Zimmern, die man im Internet sehen kann: Es sieht scheußlich aus. Und laut. Und nach schrecklichen Leuten. Da will ich nicht hin.

"Eilat!", schlage ich vor, aber der J. will mit dem F. in kein Land fliegen, das möglicherweise morgen dem Iran den Krieg erklärt, denn dieser ist sehr, sehr gefährlich, und vielleicht haben die ja doch schon die Bombe, von der alle sprechen, und wir sehen alt aus. Beziehungsweise tot. "Ach, was!", beschwichtige ich den J., aber der bleibt fest. Israel scheide aus. Moslemische Länder, in denen gerade Massen von Leuten auf die Straße gehen, weil sie nicht kapieren, dass der liebe Gott sich nicht für Blasphemie interessiert, suchen wir gleichfalls nicht auf. Außerdem nerven mich Leute, die mir laut und aufdringlich Dinge verkaufen wollen, die ich nicht will.

Asien wäre gut, aber leider haben wir nur eine Woche. In dieser Woche dann zwei Tage komplett im Flugzeug zu sitzen, ist eigentlich blöd. Für vier Tage Ko Chang oder so lohnt sich das nicht. Außerdem passt der F. nicht mehr ins Flugzeugbettchen, und Lust, lange stillzusitzen hat er vermutlich auch nicht. Der F. ist sehr, sehr brav, aber alles hat seine Grenzen.

Kurzzeitig schauen wir uns Bilder von Sansibar an. Sansibar hört sich gut an und sieht auch gut aus. Vielleicht ein bißchen langweilig, aber nicht zu öde für eine Woche. Dann aber lese ich irgendwo, wie weit Sansibar weg ist, und klicke Sanisbar weg. Das also auch nicht. Also Afrika überhaupt. Entweder zu islamisch oder mit allzu langem Flug verbunden. Außerdem habe ich spießigerweise ein bißchen Angst, der F. könnte krank werden, und der lokale Medizinmann ihn nicht wirksam behandeln. Ich glaube nämlich nicht an traditionelle Medizin.

Am Ende schaue ich mir Bilder von La Gomera oder Gran Canaria an und fühle mich irgendwie langweilig und alt. "Was machen eigentlich die anderen Leute?", frage ich den J., der gleichfalls mutlos die Schultern zuckt. Wir sind doch nicht die einzigen Leute, die Ende Oktober eine Woche wegfahren wollen, bekräftigen wir uns gegenseitig, dass es da irgendetwas geben muss, was schön sein soll, warm, am Meer, nicht einsam, aber auch nicht voller unangenehmer, hässlicher Leute, und nicht weiter als vier Stunden weg. Gutes Essen wär auch nicht zu verachten.



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