Du fändest Ruhe dort

Nicht auf der Stelle, nicht in einem einzigen, stahlblitzenden, kristallinen Moment vergeht der Mensch, und auch das Sterben soll ein mühsames Geschäft sein, und das Totsein kann vielleicht erst recht eines werden: Auf einer langen Wanderung gen Hades vorbei an den grünen Himbeeren und den Feuern, die nicht wärmen, über den Styx in jene Sphären, von denen wir nicht wissen, um erst dort richtig tot zu sein und endgültig vergangen.

In dieses Zwischenreich zwischen Tod und Leben, das wir das Sterben nennen, hat Franz Schubert im Herbst 1827, nur ein Jahr vor seinem eigenen Tod, einen namenlosen Wanderer ausgeschickt, der die 24 Sterbestationen der Winterreise durchläuft und durchleidet, eine menschenleere Welt voll Eis und Kälte in dem blendendem Weiß, von dem ich mir vorstelle, dass es jene letzte Farbe ist, in der alle Farben der Welt einmal verschwinden. Vom romantischen Dekor, das noch die Welt der Schönen Müllerin 1823 verziert und die scharfen Schneiden der heißen, aus dem Überschwange tödlichen Liebe abschleift und rundet, ist dieser Zyklus frei, die Zeit und die Verzweiflung haben das warme Fleisch von den Zeilen geschält, und die Höhen ebenso abgeschliffen wie die weichen, ziehenden Melodien. Hier bindet kein schönes, grünes Band den Wanderer mehr an die Oberwelt: Nackt, aus leeren Augenhöhlen, lacht der Tod seiner Beute ins Gesicht.

Will er umkehren? Träumt er sich noch einmal zurück in die warmen, grünen Auen, ins Dur des Frühlingstraums? Hier wird kein Frühling mehr, hier schickt das barmherzige, warme Leben keinen Brief mit der Post, und ganz vergeblich fragt der aus der Welt Gewiesene, wann endlich er sein Liebchen im Arm hält: Nimmermehr, denn so krächzen die Raben, die die Singvögel nicht sind, von denen einer noch träumt.

Längst sind die Tränen zu Eis geworden, und hinter dem Wanderer schließen sich die Wege. Längst ziehen und locken die Zweige des Lindenbaums in den Frieden, und in dem scharfen, in seiner Schönheit schmerzhaften Gesang der Brigitte Fassbaender, in der scheinbaren Süße der Mitsuko Shirai hat der Tod schon die Augen aufgeschlagen und auf allen Wegweisern geht es zum Hades. Gnade sagt man jenem nach, der denen, denen er wohlwill, die Sinne verwirrt, aber es leidet, so schneidet es die Musik in die mitleidigen Ohren, der Wanderer auch an jenen drei Sonnen, die am Horizont erscheinen, als es schon fast dem Ende zugeht. Schon hat der Tod den Willen des Ermüdeten überwunden, schon ist nicht mehr die Rede von Blumen, wenn´s auch Eisblumen sind, schon ist die Liebe zu einer, die sich als Wetterfahne erweisen sollte, kein Ort mehr, der auch nur wirklich wäre. Das Obdach, das eine barmherzige Seele noch gewährt, vermag nicht mehr zu halten und zu heilen, der Totenacker, auf dem die grünen Kränze locken, zieht den Wanderer, und so lockt ein Licht schließlich den Wanderer dorthin, wo jedem einmal sein Gott gegenübersteht, und es ist doch dieser Hermes Psychopompos so erbärmlich wie einer nur sein kann, der doch ein Göttlicher ist, wenn auch barfuß und verlacht.

Schüchtern, sagt man, sei Schubert gewesen, und so tastend, wie wohl ein Ungeliebter, spricht sein Wanderer den Leiermann schließlich an und wird ihm folgen, wenn die Musik verstummt, und uns zurücklässt mit jenem mitleidigem Schmerz, dass nicht einmal der Tod ein sanftes Mädchenantlitz trägt, den Frieden der Abwesenheit auf die Lider zu senken, die die Krähen aus den Lindenzweigen fressen, und benommen, ermüdet von dem fremden Tod, verlassen wir den Saal, und es mag ein bißchen dauern, bis die Welt wieder warm und wirklich scheint.

(Mit Dank an Frau Sopran)
arboretum - 26. Sep. 2005, 22:50 Uhr

Vorüber! Ach, vorüber!

Gib deine Hand, du schön und zart Gebild!
Bin Freund, und komme nicht, zu strafen.
Sei gutes Muts! ich bin nicht wild,
Sollst sanft in meinen Armen schlafen!


Sanft ist er nur zu Mädchen. Nicht zu traurigen Wanderern.
Fremd bin ich eingezogen, fremd zieh ich wieder aus.
Modeste - 26. Sep. 2005, 23:28 Uhr

Ach, ob er einmal sanft sein wird zu einer alten Frau...
arboretum - 27. Sep. 2005, 0:20 Uhr

Im Märchen ist er doch der dritte Prinz, der, der blind ist, und der schon so viele Jahre unterwegs zu der schönen Prinzessin ist, dass er gar nichts weiß von dem bösen Zauber, der die schöne Prinzessin in ein hässliches, missgestaltetes altes Weib verwandelte. Nur der Kuss eines schönen Prinzen, der sie wahrhaft liebt, konnte sie erlösen.
Der erste Prinz, der sie küsste, ging jedoch in Flammen auf und verbrannte zu schwarzer Asche, als er ihre Lippen berührte, denn er war nur auf das Königreich ihres Vaters aus gewesen. Der zweite Prinz aber gefror zu einem Eisblock, denn er liebte sie auch nicht - er hatte nur Mitleid mit ihr. Als der dritte Prinz zu dem Schloss kam, in dem sie wohnte, bat er darum, unverzüglich zu ihr gebracht zu werden. Er küsste sie, und augenblicklich wurde sie in ihre alte Gestalt zurückverwandelt.
Modeste - 27. Sep. 2005, 9:23 Uhr

Das ist hübsch, und dem Tod als einem blinden, schönen Prinzen reicht man, hoffe ich, auch bereitwilliger die Hand als dem grinsenden Knochengerippe.
sopran - 26. Sep. 2005, 23:14 Uhr

Ein berühmter Dichter war der Herr Müller ja nicht, und wer kann die Gedichte schon lesen, ohne den Schubert im Kopf? Der Plot ist sehr schlicht: Da ertrinkt einer vor Liebeskummer in Selbstmitleid und läuft los, um auch noch einsam zu frieren. Dank starker Bilder und Schuberts Musik nimmt man´s nicht übel, sondern friert und leidet fast körperlich mit.
(Hintergründiger: Heine, immer wieder Heine. Und wie dem Müller der Schubert kongenial, ist dem Heine der Schumann, Dicherliebe, Tragödie, Liederkreis).
Modeste - 26. Sep. 2005, 23:27 Uhr

Manchmal bin ich mir ein bißchen unsicher, ob nicht der zu starke Text der Wirkung der Musik auch abträglich sein kann, so sind die meisten Goethe-Vertonungen ja in der Wirkung nicht so intensiv wie etwa die gänzlich läppischen Rellstab etc. Was Heine angeht, bin ich ja nur eingeschränkt Liebende: Ob nicht die Ironie, dieses scharfe Salz der Realität, nicht dem unbedingten Erleben, der absoluten Erfahrung des Gefühls, der Überwältigung entgegensteht als eine Polsterung des Bewusstseins gegen die Wellen von Sinnlichkeit und Überschwang.
arboretum - 26. Sep. 2005, 23:34 Uhr

Der Doppelgänger

Still ist die Nacht, es ruhen die Gassen,
In diesem Haus wohnte mein Schatz;
Sie hat schon längst die Stadt verlassen,
doch steht noch das Haus auf demselben Platz.

Da steht auch ein Mensch und starrt in die Höhe,
Und ringt die Hände vor Schmerzensgewalt;
Mir graust es, wenn ich sein Antlitz sehe -
Der Mond zeigt mir meine eig'ne Gestalt.

Du Doppelgänger, du bleicher Geselle!
Wass äffst du nach mein Liebesleid.
Das mich gequält an dieser Stelle
So manche Nacht in alter Zeit.


- Heinrich Heine, vertont von Franz Schubert -
Modeste - 27. Sep. 2005, 9:34 Uhr

Nein, auch der Doppelgänger ist meine Liebe nicht - ich weiß, dass sich die Liebe zur Lyrik nur selten wirklich begründen lässt, aber Heine, bei allem Verdienst, ist mir zu....gemacht, lebt zu sehr von Einfällen, und ist zu weit von den Zaubersprüchen, die die Lyrik mir im besten Falle ist.
die-stimme-der-freien-welt.de - 27. Sep. 2005, 9:07 Uhr

Der Vollständigkeit halber seien an diese Betrachtung einige Bemerkungen und persönliche Kommentare beigefügt:

1. Zur Vollständigkeit: Über diese Todessehnsuchtsgeschichte und Darstellung sei nochmals hervorgehoben, wie stark es sich vor allem um ein Beklagen um den eigenen nahen Tode handelt. Der gute Herr Schubert war zum Zeitpunkt der Komposition bereits stark an Syphillis erkannt und schaute dem sicheren Tode ins Auge. Insofern handelt es sich hierbei auch um eine letzte Ode an sich selbst. Außerdem war er kurz vorher bei Kollege Beethovens Begräbnis, was auch nicht ganz spurlos an ihm vorüberging. Interessant ist dabei dann dennoch die Häufigkeit der Lieder in Dur, wie bereits oben kurz angesprochen.

2. Ich persönlich halte die Interpretation von Frau Fassbaender für eine der affektiertesten, nervtötendsten, an der Musik am meisten vorbeigehensten und kurz schlechtesten Einspielungen überhaupt (live habe ich sie nie gehört). Wenn wir hier schon von Winterreise reden, ist es natürlich sträflich, Herrn Fischer-Dieskau mit keinem Worte zu erwähnen. Und übrigens auch mit ihm einhergehend die brilliante Interpretation des Klavierparts von Herrn Demus.

3. Zu dem Kommentar bezüglich des Dichters: Es ist offenbar dringende Voraussetzung für ein Kunstlied, daß der Text an sich etwas trivial ist. Nahezu alle Kunstlieder, wo litararisch anspruchsvolle Texte vertont wurden, sind musikalisch mäßig prickelnd (der Erlkönig und Mondnacht sind eigentlich die einzig positiven Beispiele, die mir dazu einfallen). Vielleicht ist es einfach so, daß man etwas Vollkommenem nicht noch einen draufsetzen kann.

Über die Winterreise könnte man noch weitere Romane schreiben (was ja auch schon getan wurde), aber dafür ist der Platz hier wohl zu beschränkt :-)
Modeste - 27. Sep. 2005, 9:30 Uhr

Ach nein, ich mag die Fassbaender, ich mag auch ihre Interpretation der Winterreise, und für Fischer-Dieskau habe ich nur begrenzt ein Faible, ohne genau sagen zu können, warum, aber seine - gewiss makellose - Interpretation hat mir nie das Herz berührt. Nicht vergessen werden soll aber Alexander Kipnis, dessen Wegweiser aus den Zwanzigern der Wegweiser gelieben ist, seit ich ihn als Kind gehört habe, mit mehr Rauschen und Knacken als Musik von den Schallplatten meiner Großeltern.

Es ist übrigens ein bißchen bedauerlich, dass das Kunstlied gerade ein wenig Baisse zu haben scheint, die meisten Freunde ernster Musik zieht es eher in die Opernhäuser oder auch in die Philharmonie, ein Liederabend scheint gerade ein wenig passé zu sein, ohne dass man sagen könnte, wieso eigentlich.
sopran - 27. Sep. 2005, 9:32 Uhr

Erwähnte ich schon mal die Dichterliebe?
(@die-stimme-der-freien-welt zu 3.) Kein Wort, kein Ton zu viel.

Ich grolle nicht, und wenn das Herz auch bricht,
Ewig verlornes Lieb! Ich grolle nicht.
Wie du auch strahlst in Diamantenpracht,
Es fällt kein Strahl in deines Herzens Nacht.

Das weiß ich längst. Ich sah dich ja im Traum,
Und sah die Nacht in deines Herzens Raum,
Und sah die Schlange, die dir am Herzen frisst,
Ich sah, mein Lieb, wie sehr du elend bist.

Zum Beispiel.
(Ich zieh mich mal in die Arbeit zurück, bevor ich hier alles mit Heine-Gedichten tapeziere. Es gibt da diese hübsche leinengebundene Gesamtausgabe von Insel.)
die-stimme-der-freien-welt.de - 27. Sep. 2005, 9:38 Uhr

Gut, "das Herz berühren" ist natürlich eine persönliche Argumentation, die ich nicht entkräften kann. Stimmt, Kipnis ist auch gut. Es gibt übrigens auch ein paar interessante Interpretationen der Winterreise mit Gitarrenbegleitung, da ist das eine oder andere tatsächlich sehr hörenswert.

Das mit dem Kunstlied stimmt, liegt aber einfach daran, daß es deutlich mehr musikalisches Verständnis erfordert und "Oper" oder "Konzert" einfach schicker klingt. 80% der Leute gehen ja nur so aus allgemeinen gesellschaftlichen Aspekten in die Oper oder ins Konzert und glotzen dabei aber geistig wie ein Schwein ins Uhrwerk. Und da klingt Oper oder Konzert halt hipper. Außerdem kann man beim Konzert mehr Leuten beim Spielen zugucken und bei der Oper bewegt sich sogar auf der Bühne etwas.
Modeste - 27. Sep. 2005, 11:00 Uhr

Und am Ende muss man dem frackjackerten Pack sogar noch dankbar sein, dass es die Opernhäuser füllt, und der amusische Senat den Laden nicht einfach dichtmacht oder tagein, tagaus abwechselnd die Zauberflöte und die Fledermaus aufführen lässt. Ohnehin gehört es zu den großen Ärgernissen der derzeitigen politischen Diskussion, dass das gesamte politische Spektrum sozusagen ganztags über Wirtschaftspolitik salbadert, und dabei diejenigen Bereiche staatlichen Wirkens, in denen hinreichende Spielräume für Gestaltung bestehen - wie insbesondere eben die Kultur - links liegenlässt. Schaut man sich das Personal einmal an, dass in Berlin mit diesen Dingen befasst ist, nimmt das natürlich auch nicht wunder, aber ein Jammer ist es doch.
3und20 - 27. Sep. 2005, 9:34 Uhr

Wenn sich hier schon Winterreise-Kenner, oder zumindest -Genießer, versammeln, dann kann ich endlich mal eine Frage stellen, die mich schon lange beschäftigt. Was symbolisieren die drei Sonnen, die er am Himmel stehen sah? Irgendwelche Vermutungen?
Den ganzen letzten Winter habe die Reise gehört und darüber nachgedacht. Ohne Erfolg.
sopran - 27. Sep. 2005, 9:44 Uhr

Ich habe die drei Sonnen mal in Schweden gesehen, das ist ein Naturphänomen, das (glaube ich) klaren Himmel und kalte Luft braucht. Auch so ein Wintereinsamkeitskram, die Anderen freuen sich drüber, nur mir geht's scheiße, Sonnen hin oder her.
Wieso er aber sagt, dass ihm von drei Sonnen zwei dahin sind (was räusper wahrscheinlich Ihre eigentliche Frage ist, die ich auch nicht beantworten kann
Stopp. Verhaspelt.
Liebe, Heimat, ich?
Liebe und Heimat fott und mit sich allein macht es keinen Spaß mehr?

Oder sind die zwei verlorenen Sonnen "Die zwei blauen Augen von meinem Schatz?"
die-stimme-der-freien-welt.de - 27. Sep. 2005, 9:46 Uhr

Physikalisch sind "Nebensonnen" eine Naturerscheinung, eine sogenannte "Haloerscheinung", die durch Lichtbrechung entsteht (siehe Wikipedia, Stichwort Halo). Insofern tauchen häufig Berichte von "drei Nebensonnen", schon in der antiken Literatur.

Die genaue Bedeutung bei Schubert ist ein wenig im Unklaren. Auf jeden Fall ist es ein klassisches Dreifaltigkeits-Motiv. Wobei es hierbei wahrscheinlich nicht direkt religiös gemeint ist. Allerdings läßt sich dieses Dreiermotiv häufiger in der Winterreise finden, aber auch das führt hier etwas zu weit :-)
3und20 - 27. Sep. 2005, 12:37 Uhr

Hey, vielen Dank so weit! Auf Dreifaltigkeit bin ich auch gekommen, Glaube, Hoffnung, Liebe, vielleicht. Konnte mich dann aber nicht entscheiden, was außer der Liebe noch "hinab" ist.
Und damit zurück zum Thema.
Modeste - 27. Sep. 2005, 12:39 Uhr

Ich habe da keine Textexegesen aufzuweisen, aber mir schwebt irgendetwas Apokalyptisches vor.
Au-lait - 27. Sep. 2005, 13:57 Uhr

Mein Liebstes in der Winterreise bleibt das dunkeltriste Glitzern von "Auf dem Flusse". Eine völlig unentscheidbare, aber nichtsdestoweniger spannende Frage bleibt ja, welche Winterreise uns geblüht hätte, wenn nicht nur Schubert sondern auch C.M. v. Weber sie vertont hätte, dem Müller ja eigentlich den Textzyklus gewidmet hatte...
Modeste - 27. Sep. 2005, 14:19 Uhr

Schwer vorstellbar, nicht? Aber wer sich ein Kunstwerk vorstellen könnte, bevor es existiert, der könnte es wohl auch selber schaffen, und so gehört auch dies zu den Dingen, die die Möglichkeiten leider nicht zur Wirklichkeit gebären wollten.

Mein Favorit bleibt seit ewigen Zeiten Der Wegweiser,

...Habe ja doch nichts begangen,
Daß ich Menschen sollte scheu'n, -
Welch ein törichtes Verlangen
Treibt mich in die Wüstenei'n?...


Und Die Post, dieses letzte sehnsuchtvolle Aufbegehren. Das Als-Ob des Herzens im

...Willst wohl einmal hinüberseh'n

Und fragen, wie es dort mag geh'n,

Mein Herz?

500beine - 27. Sep. 2005, 14:56 Uhr

jaja die
welt ein allzu
warmer haufen
gelegentlich
dunkel
Frau Klugscheisser - 28. Sep. 2005, 20:30 Uhr

Die Liedtexte von Müller können in Anbetracht des politischen und historischen Hintergrundes auch gesellschaftskritisch interpretiert werden. Damals konnte ja aus Angst vor Spitzeln keiner seine politische Meinung frei äussern. Deswegen drückten div. Künstler ihre Ansichten verschlüsselt aus.
Zwei interessante Meinungen hierzu:
http://www.goeres.de/textgrafik/winterreise.htm
http://www.biganzoli.de/Winterreise_von_Franz_Schubert/Winterreise_-_Material/body_winterreise_-_material.html

Im Winter hatte ich dieses Werk als Thema für meine Interpretationsvergleichsabende. Auch wir haben über die Bedeutung der drei Sonnen gerätselt. Mein Ansatz war ein religiöser: Glaube, Liebe, Hoffnung.
Das Motiv lässt sich auch politisch deuten:
Die drei Beschlüsse der frz. Revolution: Freiheit, Gleichheit, Brüderlichkeit.
Oder etwa drei staatliche Institutionen...
All das ist natürlich reine Spekulation. Genaues weiß nur Müller selbst...
Modeste - 29. Sep. 2005, 15:38 Uhr

Oh, auf eine politische Interpretation bin ich gar nicht gekommen, aber interessant ist diese Idee auf jeden Fall.
hosenmatz - 28. Sep. 2008, 11:52 Uhr

Nebensonnen ...

"Much has been written about the significance of the three suns. As we have seen, Müller was a scholar of English literature; certain images in "Ungeduld" from "Die schöne Müllerin" derive from Edmund Spenser, he translated Marlowe, and he must have known his Shakespeare. In "Henry VI", Part 3 Act II Scene 1 the following lines occur:

Edward: Dazzle mine eyes, or do I see three suns?
Richard: Three glorious suns, each one a perfect sun;
Not separated with the racking clouds,
But sever`d in a pale clear-shining sky.
...
A H Fox-Strangways put forward the idea that they represent Faith, Hope and Life, and experienced Schubertians of the old school, Gerald Moore and Richard Capell among them, have accepted this explanation. The suns of Faith and Hope have set for the traveller and only that of Life remains - something that the traveller would dearly wish to be without."

(aus Graham Johnsons Kommentar zur Winterreise-Einspielung mit Matthias Goerne, The Hyperion Schubert Edition)
Modeste - 29. Sep. 2008, 22:19 Uhr

Danke, das ist sehr interessant. Ich werde dem nachgehen.

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