Montag, 14. Februar 2005

Des T. Großmutter

Zu den lässig gehüteten Geheimnissen einiger östlicher Bezirke Berlins gehört die Tatsache, dass der dem aufmerksamen Leser einflussreicher Presseorgane bekannte Generationenkrieg hier bereits mit einem totalen Sieg der unter Dreißigjährigen beendet wurde. Wer sein vierzigstes Lebensjahr überschreitet, hat guten Grund sich langsam nach einer Wohnung in anderen Bezirken der Stadt umzuschauen und beizeiten etwa ein Charlottenburger zu werden. Schreckliches dräut aber dem, dem diese Flucht nicht gelingen sollte. Von jugendlichen Häschern grausam gepackt, verendet der Senior in heruntergekommenen Hinterhäusern, um sich sodann den nachfolgenden Generationen beim U-Bahnhof Eberswalder Straße im Betrieb der Frau Waltraud Ziervogel ein letztes Mal nützlich zu erweisen.

Infolge dieser von mir schon oft gerügten Praxis sieht man hier so gut wie keine älteren Menschen auf der Straße. Seit dem Tod meiner eigenen Großeltern enthält mein Telephonbuch daher nunmehr auch keine einzige Nummer mehr, die einem Menschen über 70 gehört. Das Alter hat keinen Platz in meinem Leben, und es mag Tage geben, wo ich diese Entmischung als Ausdruck einer gewissen Monotonie bedaure.

Heute jedoch ist das anders. Wer heute an meiner Tür klingelt, um mich als zahlendes Mitglied der Antigerontischen Vereinigung Deutschlands e. V. zu gewinnen, stößt auf offene Ohren und wird ein freudig unterschriebenes Mitgliedschaftsantragsformular stolz der Zentrale übermitteln dürfen. Schuld an diesem Sinneswandel ist wie immer der T. – genauer gesagt:

T.´s Großmutter zu Besuch in Berlin.

Es ist ohnehin überhaupt nicht schön vom T., seinen Verwandten Geschenke zu machen, die seinen Freunden zur Last fallen. Entsprechend hatte mir der T. dann auch wochenlang verschwiegen, seine mir seit gemeinsamer Kindheit bekannte Großmutter nicht nur eingeladen, sondern auch meine Anwesenheit im Rahmen des Besuchsprogramms fest eingeplant zu haben.

„Wir sind gleich bei dir.“, kündigte der T. seine Ankunft mitsamt Großmutter in den Morgenstunden telephonisch an und reißt mich aus dem Schlaf. Mir bleiben von diesem Anruf an keine fünf Minuten, bis der T. die Tür aufreißt. Hoheitsvoll schreitet die Großmutter über meine schmutzige Dielen und versucht die Tatsache, dass ich Ihr um 11.00 Uhr vormittags im Bademantel entgegentrete, zu ignorieren. Es gelingt ihr mäßig.

Der T., ansonsten ortsüblich verschlampt, trägt sich zur Feier des Besuchs als ein Großmuttertraum aus Tweed, Cord und seidenen Tüchern und übt einen subtilen Druck aus, sich ebenfalls etwas anzuziehen, in dem ich ausschaue wie eine altjüngferliche Handarbeitslehrerin. Das Kostüm findet die Billigung der Großmutter, die Korallen um den Hals wünscht sie ausgetauscht zu sehen, und so macht der „Dienstmädchenflitter“ einer Perlenkette Platz. Und apropos Dienstmädchen – es gebe wohl ein Problem mit meiner Zugeherin? T.´s Großmutter betrachtet stirnrunzelnd den Fußboden und lässt mich an ihrem reichen Erfahrungsschatz bezüglich der perfekten Zugeherin teilhaben. Der großmütterliche Sermon endet in einem Seufzer über die Probleme, heute noch Mädchen zu finden, die in der Familie wohnen. Und das bei der Arbeitslosigkeit. - T., zu dessen wenigen Charakterfehlern einer ausgeprägter Neoliberalismus gehört, murmelt zustimmend irgend etwas Garstiges über die ehemals arbeitenden Klassen.

Dass es T. angesichts der großmütterlichen Suada über Kreuzfahrten und die gräßlichen Enkel anderer Leute unmöglich ist, der alten Dame allein gegenüberzutreten, ist vollkommen nachvollziehbar. Sein atypisches und geradezu aufreizendes Schweigen mag das Ergebnis einer annähernd dreißigjährigen Erfahrung mit dem Wesen der Großmutter sein. Indes wälzt mir der freundlich lächelnde und bis ins Restaurant kein Wort sprechende T. auf diese Weise die ganze Last der großmütterlichen Unterhaltung auf die Schultern.

Immerhin ist es völlig egal, was ich der alten Dame erzähle. Nach wenigen Worten werde ich unterbrochen. Mein Friseur sei wohl nicht gut. Ob ich eine Handcreme verwende? Französische Seifen kauft die Großmutter ja gar nicht mehr. Ob ich reite? Die Enkelin der Nachbarin von gegenüber habe ja Turniere geritten. Auch schon verheiratet, das gute Kind, und dabei jünger als ich. Zu frühe Hochzeiten nähmen kein gutes Ende. Aber zu lange solle man auch nicht warten. Nicht zu wählerisch sein. Die Wochenmärkte in Berlin? Wenn eine Kanne angelaufen, Silberkannen stets mit Backpulver - aber auf keinen Fall Sprühstärke, das verdirbt die Wäsche - weißes Fleisch macht keine Gicht, und ist eigentlich mein Vater schon pensioniert?

T. schaut durch die Fenster auf die Charlottenstraße und schneidet sein Fleisch in schmale Streifen, die er exakt parallel nebeneinander anordnet. Gräßlich wallt die Springflut des großmütterlichen Redeschwalls. Ich schaue der Großmutter fest in die Augen und denke an die Antigerontische Vereinigung. Ob die da schon ein Justitiariat haben? – Ab und zu nicke ich, sage „Nein, wirklich!“ oder „Ach was!“. Dann kommt der Kellner, räumt ab, und ich täusche dringende berufliche Verpflichtungen vor und springe davon.

Weidwund schaut mir der T. nach.

Freitag, 11. Februar 2005

Örtliche Betäubung

Diese Leute mit ihrer unerschöpflich erscheinenden Vitalität, derb und robust mit den roten Wangen wie Äpfel, habe ich stets bewundert. In ihrem Inneren scheinen zuverlässige Walzwerke einen steten Strom angemessener Emotionen hervorzubringen, die in regelmäßigen Abständen ruhig und ohne Schrecken, Blitz und Donner zu Boden fallen.

In den bald drei Jahrzehnten meines Lebens habe ich nie eine solche Mitte gefunden. In meinem Unterbewusstsein produziert eine Art rostiger Pastamaschine, wie man sie manchmal in italienischen Hinterhöfen sieht, ruckartig und unregelmäßig einen schmierigen Gefühlsbrei. Auf jeden Reiz hin tummeln sich schmutzige Trolle im Keller meiner Gesamtpersönlichkeit und produzieren in kurzer Zeit riesige Mengen des Breis, um dann nach Hause zu gehen und ihre Überstunden abzufeiern. Für jede Aufregung, jeden Streit, jeden kleinen Exzess der Gehässigkeit und jeden Rausch aus Kunst oder Liebe bezahle ich dann mit Stunden oder Tagen einer unbeweglichen Taubheit. Gleichermaßen können Nachrichten über Krebserkrankungen wie Hochzeiten an mich kommen, das bleibt sich gleich. Ein Notbetrieb aus Konvention und Erziehung verhindert öffentliche Faux pas.

Als Kind habe ich in den Wellen dieser Betäubung mich gern verkrochen, unter dem Schreibtisch meines Vaters oder zwischen den Abendkleidern meiner Mutter gesessen und auf die Rückkehr des Gefühl gewartet, wie man nach dem Zahnarzt wartet, dass die Lippe wieder schmerzt, die man blutig beisst.

Donnerstag, 10. Februar 2005

Gerechtigkeit auf Erden ist hundsgemein

So, Sie sind also eine Frau. Sie marschieren mit Ihrer zehn Kilo leichteren Schwester durch Mitte, und Schwesterchen kommt vor lauter Einkaufstüten kaum mehr durch die Tür. Sie sind ein von Neid zerfressenes Geschöpf mit einem reichen Strauß mieser Charaktereigenschaften, von denen Sarkasmus keineswegs die schlechteste darstellt. Sie wiegen 62 Kilo und fühlen sich wie ein Elephant.

Greifen Sie sodann in Ihre Tasche, wenn das Telephon klingelt. Erkennen Sie die Nummer des fernab weilenden T., dann freuen Sie sich, denn T. ist Ihr Retter. Folgen Sie also genau seinen Anweisungen, denn er kennt Sie genau und hat Ihre Hilferufe vernommen.

Der Weg zur Rettung führt über die Max-Beer-Straße in die Rosa-Luxemburg Straße. Da ist es nicht schön, sagen Sie? Dann gehen Sie etwas schneller, in Ihren Camper sind Sie sowieso schneller als Schwesterchen. Aber nehmen Sie ihr ruhig ein paar Tüten ab, denn Sie sind gleich da.

Vor der Rosa-Luxemburg Str. 22 halten Sie inne. Berufen Sie sich auf den T., behaupten Sie, keine vernünftige Wäsche mehr zu haben, und betreten Sie das Paradies. Es heißt Blush, und gleich wird alles besser.

Am besten, Sie probieren alles an, was der Laden hergibt. Auch Ihre Schwester wird sich in Spitzen hüllen, aber hey – können Sie sich Kate Moss in Dessous vorstellen? Das Leitbild der Oberbekleidung tragenden Frau enthält weniger Fett als Magerquark, aber darunter sieht es anders aus. Lassen Sie sich ruhig Zeit, drehen Sie sich vor dem Spiegel und genießen Sie, dass alles passt. Die Beleuchtung ist klasse, Sie bedauern, dass das Leben nicht mehr Gelegenheit bietet, sich in Unterwäsche zu präsentieren, während Ihre Schwester gerade in diesem Moment eigentlich nur aus Knochen besteht.

Bedauern Sie mit Schwesterchen den Unverstand der Modedesigner. Drücken Sie das leicht belämmert wirkende Schwesterchen herzlich. Kaufen Sie irgendwas von dem fabelhaften Zeug, gehen Sie essen, und verzeihen Sie dem Schwesterchen sogar den silbernen Süßstoffspender in der Handtasche.

Wieder daheim können Sie alle Vorhänge zuziehen und sodann angetan mit Ihrer Neuaquisition eine Runde durch die Wohnung tanzen.

Mittwoch, 9. Februar 2005

Emotionale Intelligenz

Das Telephon klingelt, und meine Schwester würde wetten, dass ich nicht weiß, wo sie ist. Keine zehn Minuten später steht sie vor der Tür und neben ihr steht ihr grauenhaft grobschlächtiger Freund. Wer sein Unternehmen von so etwas beraten lässt, hat es nicht anders verdient, schießt es mir durch den Kopf.

Schwesterchens Kerl hat beruflich den ganzen Tag zu tun. Auch ich bin nicht ganz beschäftigungslos, ganztägige Einkaufstouren verbieten sich also schon aus diesem Grunde von selbst. Schwesterchen zieht einen Schmollmund und wirft sich auf mein Sofa. „Ich hab´ mich schon so auf dich gefreut.“, jammert Schwesterchen. Wir einigen uns auf eine gemeinsame Mittagspause und abendliche Lustbarkeiten.

Vorerst bleibt Schwesterchen auf dem Sofa liegen und schaut versonnen die Reihe der Bücherregale entlang zum Fenster. „Du hast´s gut,“ sagt Schwesterchen, „du kannst lesen.“ Seit Schwesterchen im Staatsexamen stecke, lese sie kaum noch. Den ganzen Tag – und dann auch noch abends, das wäre zuviel. Ich kann mich allerdings gerade nicht erinnern, Schwesterchen im gemeinsamen Elternhaus jemals mit Büchern gesehen zu haben. Dann schreitet Schwesterchen an den Büchern vorbei Richtung Esstisch. „Wenn Papa mal stirbt, hast du ja alles doppelt,“ spricht sie und deutet auf die Bücher. Dann lässt sie sich den Tee eingießen, plaudert ein bißchen von einer Kaffeeverkostung, schimpft über ihren Friseur und wirft sich tatsächlich mitgebrachten Süßstoff in meinen weißen Tee.

Anschließend geht Schwesterchen einkaufen, ich gehe arbeiten und sie ruft immerhin nur zweimal an. Ja, ich finde A.P.C. auch in Ordnung. Und wir treffen uns bei den Galeries Lafayette.

Bevor ich losfahre, stelle ich mich vor den Spiegel. „Das ist meine einzige Schwester und ich muss nett zu ihr sein.“. schärfe ich mir ein. „Aus meiner intellektuellen Herablassung gegenüber meiner schönen Schwester spricht der blanke Neid.“, wiederhole ich, was ich seit Jahren weiß. „Was ich jemals gelesen, gelernt oder geleistet habe, ist völlig egal in Ansehung ihres bombastischen Aussehens.“, mache ich mich fertig.

In den Galeries Lafayette isst Schwesterchen sechs Austern und drei Petit Fours. „Du langst ja ganz schön hin, Liebchen.“, meine Schwester strahlt mich an. „Mir schmeckt´s halt.“, gebe ich wütend zurück. Schwesterchen zeigt ihre Neuaquisitionen in Größe 34/36.

Ich erzähle ein bißchen vom Besuch unseres Vaters bei mir. „Der interessiert sich doch eh nur für dich.“, unterbricht sie mich. Und dass sie Jahre gebraucht habe, diesen Satz für sich zu formulieren. Ich starre sie an. Ich hatte in den letzten 26 Jahren nie das Gefühl, Schwesterchen könne an der väterlichen Wertschätzung auch nur irgend etwas liegen. Außerdem wird Schwesterchen schon von ausreichend Leuten geschätzt. Dass wenigstens unser Vater nicht zum Verein zur schwesterlichen Anbetung gehört, finde ich ausgleichend und richtig. Und das sage ich auch.

„Dir geht´s doch gut.“, sagt die kleine Schwester. Bei mir funktioniere im Normalfall alles, was ich mir vornehme. Die meisten Menschen würden mich mögen. Und die Liebe sei mir ja ohnehin nicht so wichtig. Sie persönlich würde für ihre große Liebe ja alles tun, sogar ihr Studium abbrechen. Aber emotionale Intelligenz werde unterschätzt.

Ich atme tief durch. Nett sein. Einzige Schwester. Bloßer Neid.

Dann sehe ich auf die Uhr, verabschiede mich hastig und lasse Schwesterchen in den Galeries Lafayette sitzen. „Aber heute abend gehen wir aus.“, freut sich meine kleine Schwester und lacht mich an. „Ich freue mich auch!“, winke ich und stehe schon im Aufzug.

Noch zwei Stunden. Und keine Anfälle von emotionalem Schwachsinn. Nett sein. Nett.

Dienstag, 8. Februar 2005

Reisewarnung oder: Pikante Röllchen

Den reiselustigen Deutschen warnt das Auswärtige Amt vor Gegenden, die der deutschen Gesundheit unzuträglich sein könnten. Den Sudan sollte man etwa nicht aufsuchen.

Das Land Berlin allerdings warnt den Reisenden nicht. Hinweise, wo die Gastronomen den Touristen vergiften könnten, fehlen völlig. Belästigungen harmloser Spaziergänger, terroristische Musikbeschallung – Berlin verschweigt seine gefährlichen Ecken. So sehe ich mich also berufen, an dieser Stelle eine ausdrückliche Warnung abzugeben, und ich kann nur nachdrücklich jedem Auswärtigen raten, den Alexanderplatz tunlichst zu vermeiden.

Bekannt ist, dass es sich beim Alexanderplatz um einen der häßlichsten Plätze Europas handelt. Weniger herumgesprochen haben sich ernsthafte Gefährdungen des Wohlbefindens, die sich bei längeren Aufenthalten und Interaktionen mit der anwesenden einheimischen Bevölkerung ergeben könnten.

Für Ortsansässige ist der Alexanderplatz manchmal unvermeidbar. Die Versorgungslage in Ostberlin ist unverändert schlecht. Und so vermummt man sich, den eisigen Ostwinden trotzend, spaziert die Schönhauser Allee hinab und findet sich vor einer Baustelle wieder, in deren Inneren sich Galeria Kaufhof verbirgt. Körbchen über den Arm und hinein in die Lebensmittelabteilung.

Wer jeweils 50 Gramm von vier verschiedenen Fischfilets verlangt, braucht mit Freundlichkeit an der Fischtheke nicht zu rechnen. Wer allerdings seit mehreren Jahren am Alex einkauft, den kann das nicht anfechten. Doppelrahm für diejenigen, die schlappe Schlagsahne verachten, Bandnudeln aus dem Kühlregal und ein großes Stück Rinderbrust. Hofft man auf frischen Kren, dann wird man hier verzweifeln.

Schließlich, der Einkaufszettel ist abgearbeitet, stehe ich vor dem Bäckereistand. Zu einer vernünftigen Backwarenabteilung hat es nicht gereicht, die gibt es erst wieder an der Friedrichsstraße. Aber ein Krapfen lockt, und so gehe ich entschlossenen Schrittes auf den Tresen zu. Hinter dem Tresen steht jedoch kein freundliches Bedienungspersonal. Ich schaue ich mich um. Hinter mir, an einem Stand, der der Verkaufsförderung von Fischdosen dient, steht der Backwarenverkäufer und löffelt aus kleinen Plastikschälchen eine leicht faulig riechende Speise. „Junge Frau,“ ruft mich ein älterer Schnauzbart, und ich gehe einige Schritte auf den Mann zu, der mit einer Schürze um den Bauch hinter einem Tischchen steht. In unverkennbar norddeutschen Tonfall preist der Fischpromoter den Inhalt seiner Schälchen an. Hintereinander warten Hering in Tomatensoße, Hering in Senfsauce und Pikante Röllchen auf Verkoster. Ich hebe ablehnend die Hände.

„Nein, nein,“ sagt der Fischmann. Ich müsse ja gar nichts kaufen. Nur kosten solle ich. Seit mehr als hundert Jahren vertreibe die Firma Sywan, die Schwaaner Fischwaren GmbH, ihre Fischprodukte in Dosen, teilt mir der Promoter mit. Flugs halte ich ein Schälchen in der einen und eine Gabel in der anderen Hand. Fisch und Sauce sind miteinander eine ungute Verbindung eingegangen. Vielleicht zersetzt auch die Tomatensauce die Fischfasern. Überdies bin ich ein wenig heikel was Gerüche angeht. „Sehr lecker,“ sage ich, weil mir der Schnauzbart leid tut mit seinen Dosen und werfe das leere Schälchen in den Abfalleimer.

Geschwind streckt mir der Fischmann ein anderes Schälchen entgegen das Pikante Röllchen in würziger Tomatensauce enthält. Er schaut freundlich und etwas bekümmert. Die Schwaaner Fischwaren GmbH aus Mecklenburg verkaufe heute vorwiegend über Handelsmarken, wird mir bekümmert erklärt. Ich halte die Gabel über das Schälchen und frage interessiert nach.

„Ich bin ein bißchen in Eile,“ sage ich dann und versuche mich des Fisches unauffällig zu entledigen. „Sie haben ja noch gar nicht probiert. Sind sie kein Fischfreund?“, betrübt schaut mir der Fischpromoter auf meinem Weg zum Krapfen nach. „Doch, doch,“ sage ich. Die Schwaaner Fischwaren GmbH dauert mich und so werfe ich schnell eine Dose der Pikanten Röllchen in den Korb.

„Lecker“, sagt der Backwarenverkäufer und deutet auf mein Körbchen mit der Dose. Ich nicke und gehe zur Kasse.

Vor der Tür beiße ich in den Krapfen. Er ist mit Vanillecreme gefüllt und etwas trocken. Von rechts nähert sich ein abgerissen erscheinender Mann von schätzungsweise fünfzig Jahren und bittet um Geld. Ich schüttele den Kopf. Dann fällt mir etwas ein. Aus den Tiefen meiner Tasche krame ich die Fischdose heraus und halte sie dem Bettler entgegen. Der Bettler schaut mich verständnislos an und wendet sich ab.

Gehen Sie nicht dorthin.


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