Sonntag, 4. Mai 2008

Vom Besten ganz viel

Diesen Sommer, nimmst du dir vor, wirst du tanzen, bis es hell wird. Jedem, der lächelt, wirst du zulachen, bis er wegläuft oder zurücklacht, und alles, was die Welt zu bieten hat, wirst du von den schweren Ästen der Bäume pflücken und Nektar und Ambrosia trinken, bis es dir rot aus den Mundwinkeln läuft.

Mit nackten Füßen wirst du über Gras laufen und den Puls der Erde spüren. Den Morgen wirst du singen hören, hoch über Stadt. Alle Gläser wirst du heben auf ein Glück, das warm neben dir sitzen wird, und im Wind werden Laternen schwanken, gelb und rund und voll wie der Sommermond, und zum Greifen nah wie jener.

Dienstag, 29. April 2008

Nur das

Diese Jahre, in denen der Frühling einen nicht leichter macht, nicht durchsichtiger, einherwehend durch die Straßen der Stadt. So ein Jahr wie dieses, in dem man dem Licht entgegenblinzelt, aufgeschreckt, schwer vor bleicher Masse und all den Jahren, die wie Sandsäcke auf den Schultern liegen, und die ganze Welt voller Chancen, die nicht die meinen sind, und es vielleicht niemals waren.

Erbarmungslos ausgeleuchtet, knocked out by the summer, und dann den Mädchen zuschauen, auf der Kastanienallee, die der Welt entgegenlächeln, als sei all das, was kommt, ein Freund und komme nicht zu strafen.

Samstag, 26. April 2008

Oh mein Gott!

Sehen Sie hier, meine Damen und Herren, eine am Boden zerstörte, zunehmend hektische, noch nicht einmal (und zwar seit Stunden) ganz aufgestandene Dame, die zum ungefähr zehnten Mal versucht, das Profil ihres Thunderbird vom Acer auf den Mac zu bringen.

Tatsächlich scheint es zunächst vorgeblich zu funktionieren. Der Mac täuscht an. Die Dame entspannt sich. Dann aber, beim Versuch den Thunderbird mit den geänderten Profildateien zu öffnen, versagt das Progamm den Dienst: Statt den Thunderbird zu öffnen, erscheint ein Feld, welchem zu entnehmen ist:

Thunderbird beenden.

Eine Thunderbird–Kopie wird bereits ausgeführt. Es können nicht mehrere Thunderbird-Kopien gleichzeitig ausgeführt werden.

Ich schwöre, ich habe den Thunderbird nur einmal geöffnet. Weiß jemand Rat?

Mittwoch, 23. April 2008

Madame zieht um (Hilfe!)

Ein Umzug. Gut und schön, man kennt das: Es gilt Kisten zu kaufen, seinen Haushalt einzupacken, zu überlegen, ob man seine steinalten Seminararbeiten und die wirklich scheußlichen, zahnbelagfarbenen Teller mit dem Goldrand wirklich noch haben will, mietet einen Wagen, und dann zieht man um.

Zieht man aber nicht von einer Wohnung in eine andere, sondern von der gemütlichen, grauen, alten Möhre von Acer in ein blitzblankes, neues, schneeweißes Heim mit blitzendem Apfel vor der Tür, ist guter Rat teuer:

Zwar hat man brav alle Dokumente in Kisten gepackt. Zwar sind auch alle Texte aus den Word-Ordnern angekommen und warten im neuen Heim auf weitere Verwendung. Die E-Mails aber, die E-Mails aus dem alten Schrank von Thunderbird, die anderen E-Mails, die ein netter Mensch mal ins Outlook gepackt hat, um sie zu retten: Verpackt sind sie, nur die Kisten gehen nicht mehr auf, und haareraufend, zunehmend verzweifelt, zähnefletschend und ratlos sitzt man da, der Umzug wird einem fürchterlich, und einen Helfer, vielleicht auch nur einen guten Tipp würde man reichlich, zumindest aber mit dem obligaten Bier belohnen, welches freundlichen Umzugshelfern von alters her gebührt.

Weiß jemand weiter?

Zuhören

Schöne Lesung, netter Abend. Gute Bar.

Hier kann man zuhören.

Montag, 21. April 2008

Die B. regt sich auf

„Ich sitze also diesem Typ – fünfzig oder so, echt keine Schönheit, nichts als Fett und Falten – Ich sitze also diesem Typ gegenüber, weißt du, im 44, ein Superessen, nach wie vor, und der Kerl sagt:

Frau B., sagt er - haben sie eigentlich keinen Mann?

Mir bleibt fast das Essen im Hals stecken. Kalbskopf mit Fisch. Ziemlich lecker. - Herr Dr. G., hätte ich fast gesagt, sie haben mich als Rechtsanwältin engagiert – nicht als Studienobjekt. Was soll die Fragerei?! – Kommt aber noch schöner:

Frau B., fragt der Mann weiter – woran fehlt’s denn?

Ich hätte dem Kerl fast den Kalbskopf auf die Krawatte gespuckt. Da hört doch alles auf. Was sagt man denn dazu? Was hättest du gesagt? Einigermaßen schlagfertig, aber nicht unverschämt?

Hätte ich mich als Lesbe ausgeben sollen? Glaubt der mir nie. Da hatte ich auch schon zu lange gezögert. Hätte ich mir die Frage verbitten sollen? Nachher beschwert der sich noch über mich. – Ich sitze also einfach so da, löffele vor mich hin, und dann setzt der noch nach:

Frau B. – sie sind doch ein schönes Mädchen!
Sie haben doch bestimmt an jedem Finger zehn.

Und da habe ich gedacht – was soll’s. Lass den Irren reden. Tu so, als sei der Ton aus, konzentrier‘ dich auf’s Essen, und stell dir vor, der Typ wär‘ nicht da.

Oder würde einfach so im 44 sterben. Mit einer Gabel im Hirn. Und das Gesicht im Kalbskopf"

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