Freitag, 27. Mai 2005

Concours Berlin – Paris

Ach Sehnsucht: Vom Gare Du Nord zum Centre Pompidou, und abends in Ménilmontant ausgehen. Im Marais mit Fremden tanzen, am lichten Morgen nach Süden fahren, an der Croisette spazieren und Steinchen ins Wasser werfen. Nachts in Marseille heimkommen. Der Herbst in Pau und ein Winter im Elsass. - Austern und Rigodon, Quenelles de brochet am Ende der Welt, und sich von einem lachenden Gefährten für ein paar sonnige Tage oder Jahre ein Stück Pissaladière nach dem anderen in den Mund stecken lassen. Die Sonne über den Feldern, der Geruch, und der Glanz von Paris.

Ich will nach Frankreich.

Leider wird aus meinen französischen Reiseplänen wohl so schnell nichts, und so ist es nun an Ihnen, liebe Leserinnen und Leser, mich an die Hand zu nehmen, und mir Geschichten zu erzählen von französischen Sommern im Midi, von Küssen unterm Eiffelturm, von den schönsten Franzosen der Welt, und dem besten Essen der Welt sowieso. Unterhalten Sich mich, und stauben Sie ein paar kleine Geschenke ab, die ich unter notarieller Aufsicht keineswegs standhaltenden Bedingungen nach Gutdünken verteilen werde.

Schicken Sie mir also bis nächsten Freitag um zwölf beliebige Wettbewerbsbeiträge an die rechts angegebene E-Mailadresse. Geben Sie Ihre (oder irgendeine) Postadresse an, haben Sie die Chance, einen der von mir ausgelobten ungefähr fünf Preise abzustauben, die im wesentlichen aus CD´s mit französischer Musik und Postkarten mit französischen Motiven bestehen. Ansonsten nehmen Sie einfach so teil. Von der Anzahl der Teilnehmer hängt ab, ob es einen Publikumspreis geben wird, der per Umfrage vergeben wird. Und der erste Beitrag bekommt einen Preis für Schnelligkeit.

Und nun lassen Sie sich etwas einfallen.

Nachtrag:
Wenn mir jemand ein Banner basteln würde, so mit Eiffelturm drauf, bekäme der natürlich auch eine CD!

Sommersorgen

Sie, meinen lieber Leser, stelle ich mir ja als ein veritables Prachtexemplar vor, ein netter Mensch, der, sofern männlich, kein bißchen nörgelt, nur weil die Gefährtin Ihrer Tage doch deutlich mehr Zeit in den Umkleidekabinen diverser Bekleidungshäuser verbringt, als es Ihnen vernünftig erscheint. Selbstverständlich wissen Sie, dass ohne passende Oberbekleidung so ein Sommer keine Spaß macht, dass die Sandalen vom letzten Jahr dieses Jahr schon wegen der breiten Absätze schlicht gar nicht mehr gehen, und dass der Beginn derjenigen Jahreszeit, in der massenweise Frauen durch die Straßen flanieren, die alle Jahre jünger und schlanker sind als Ihre Freundin, nicht auf die leichte Schulter genommen werden darf.

Niemals würden Sie, oh geschätzter Leser, daher die Grausamkeit besitzen, ihrer Begleiterin, selbst wenn es sich um Ihre Exfreundin handelt, die volle Wahrheit über ihr Abschneiden beim Beauty-Contest Kastanienallee zuzumuten, und etwa zuzugeben, dass Ihnen die circa zwanzigjährige Blondine mit dem roten Neckholder und der Freitag-Tasche vor der Buchhandlung „Schwarze Risse“ in diesem Moment viel besser gefällt als die ehemals geschätzte Gefährtin? Und die beiden maximal achtzehnjährigen Mädchen, die ziemlich knapp und ein bißchen ordinär bekleidet bei Napoljonska Eis essen, eine Figur haben, wie sie einer Endzwanzigerin vermutlich nie wieder beschert sein wird? Und dass von den Frauen vorm 103 mindestens zehn so verdammt gut aussehen wie wandelnde Titelblätter großer Modemagazine, die Kleidungsstücke anpreisen, die an ihrer Begleiterin vermutlich aussehen würden wie die Hülle einer Wurst. „Aber darum geht´s doch letzten Endes auch nicht.“, würden sie auch nicht hinterherschieben und auf die wahre Bindungswirkung tiefer Gefühle und eines guten Herzens hinweisen. „Nur darum geht´s“, würde Ihre in den Stürmen des Lebens zur Teilzeitzynikerin gereifte Begleiterin dann nämlich sagen, und hätte vollkommen recht.

Fragt Ihre Begleiterin Sie dann, ob sie auch ein bißchen abnehmen sollte, dann schütteln Sie natürlich energisch den Kopf, und beteuern, jedes einzelne der 62 Kilo schmerzlich zu vermissen, wäre es nicht mehr da. Ganz falsch wäre es allerdings, dann darauf hinzuweisen, dass Ihre Begleiterin, mag es auch bloß Ihre dicke Exfreundin sein, bei einer Größe deutlich unter Modelmaß, zu wenig Sport und ungefähr doppelt so alt wie die Grazien auf Klassenfahrt, die angestrebte Erscheinung ohnehin nie erreichen würde, und kulinarische Entbehrungen daher von vornherein als sinnlose Askese gelten müssten.

Denn dann, lieber Leser, müssten Sie die nächste halbe Stunden damit zubringen, einer schwer depressiven Person im schwarz-weißen Schlabberrock gut zuzureden, sich nicht auf der Stelle vor die Tram zu werfen.

Aber das wissen Sie bestimmt alles.


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